Neuropsychologische Studie der Universität Konstanz : Zucker beeinträchtigt die Entspannungsfähigkeit

Wie wirkt sich Zucker auf Entspannungsübungen aus? Eine neue Studie der Universität Konstanz bringt aufschlussreiche Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem Blutzucker und dem autonomen Nervensystem.

Der Traubenzucker vor der Klassenarbeit, das Stück Schokolade vor einer wichtigen Verhandlung, der Müsliriegel vor dem Marathon: Dass Zucker ein wichtiger Faktor bei der Bewältigung von Stresssituationen ist, gilt mittlerweile als gesichert. Bei Zufuhr von Zucker reagiert der Körper stärker auf Stress, indem er mehr Cortisol ausschüttet und auch die Herzrate länger erhöht bleibt. In akuten Gefahrensituationen steht so mehr Energie zur Verfügung. Die negativen langfristigen Folgen davon sind ebenfalls gut bekannt: ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein voller Magen ist schon mal kontraproduktiv

Bislang weniger erforscht war, wie sich die Einnahme von Zucker auf Entspannung auswirkt. Diese Frage untersuchten nun Forschende um Jens Pruessner, Professor für Neuropsychologie an der Universität Konstanz. „Entspannungsübungen wirken nicht so gut bei vollem Magen“, resümiert Pruessner.

Die Konstanzer Arbeitsgruppe wollte verstehen, wie die körperlichen Energiesysteme an Entspannung beteiligt sind und wie sich einzelne stoffwechselbezogene Faktoren darauf auswirken – zum Beispiel der Blutzuckerspiegel. Das autonome Nervensystem, zu dem Sympathikus und Parasympathikus gehören, steuert verschiedene Prozesse in unserem Organismus, wie etwa die Herzfrequenz oder die Atmung.