Mehrheit der Deutschen ist für Zuckersteuer

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland unterstützt eine Steuer auf zuckrige Getränke. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag von foodwatch, bei der 60 % der Befragten die Maßnahme befürwortete.

In Deutschland nehmen die Menschen besonders viel Zucker über Getränke zu sich: Fast 26 g pro Kopf und Tag. Damit liegt Deutschland auf Platz eins unter den zehn bevölkerungsreichsten westeuropäischen Ländern. Die Deutschen trinken sogar mehr Zucker als sie über Süßwaren zu sich nehmen (20 g). Das zeigen Euromonitor-Daten, die foodwatch ausgewertet hat. Süßgetränke gehören zu den wichtigsten Quellen für den hohen Zuckerkonsum. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft sie als wesentliche Treiber für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Karies ein. Die gesamten jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten von Adipositas und Übergewicht werden auf etwa 2,6 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts geschätzt, was ca. 113 Mrd. EUR entspricht.

Ärzteverbände, Krankenkassen und medizinische Fachgesellschaften unterstützen eine Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke. Erst kürzlich hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina eine Zuckersteuer gefordert. „Der flüssige Zucker macht krank und kostet unser Gesundheitssystem ­Milliarden. Wir brauchen endlich eine Zuckersteuer, damit Hersteller weniger Zucker in ihre Getränke kippen und ­damit vor allem unsere Kinder vor den ­Gesundheitsrisiken von Cola und Co. ­geschützt werden“, sagt Luise Molling von foodwatch. Forsa befragte zwischen dem 3. und 5. Februar 2026 1003 Bürger ab 18 Jahren.

Quelle: foodwatch