Wäre soetwas auch für Deutschland passend?

Vorschlag aus der Schweiz

Praxen sollten spätabends und am Wochenende öffnen

Zu hohe Kosten, zu viele unnötige Besuche in Notaufnahmen: Die Schweiz hat mit ähnlichen Problemen im Gesundheitssystem zu kämpfen wie Deutschland. Der Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften hat Vorschläge, wie sich das ändern ließe.

„Viel zu viele Menschen gehen in den Notfall“, sagte Arnaud Perrier dem Onlineportal „watson.ch“. Dabei gehe es nicht immer um Bagatallfälle, sondern um ernstzunehmende Erkrankungen, die aber dennoch in eine Praxis und nicht in die Notaufnahme gehörten. Das Problem sieht er in den Öffnungszeiten der Arztpraxen. „Wann soll man zwischen Arbeit und Kinderbetreuung tagsüber noch zum Arzt? Also geht man abends oder am Wochenende in den Notfall.“

Daher sollten Ärztinnen und Ärzte außerhalb der Bürozeiten erreichbar sein – „frühmorgens, spätabends, am Wochenende“, so sein Vorschlag. Allerdings arbeiteten viele Ärzte ohnehin am Limit, räumt er ein. Deshalb müssten Sprechstunden zu besonderen Zeiten besser finanziert werden: „Wer am Abend bis elf Uhr offen hält, sollte entsprechend entschädigt werden.“

Auch Telemedizin oder die Beratung in Apotheken sollten gestärkt werden, meint Perrier.