Prophylaxe

Jeder Dritte verzichtet auf zahnärztliche Kontrolluntersuchung

Regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen wirken sich positiv auf die Mundgesundheit aus und verringern das Risiko für Karies und Parodontitis. Ein nun im „Bundesgesundheitsblatt“ veröffentlichter Artikel aus dem Robert Koch-Institut präsentiert erstmals eine Analyse zur Inanspruchnahme der Kontrolluntersuchungen auf der Basis von Routinedaten.

 

Die Analyse konzentrierte sich auf Erwachsene ab 20 Jahre. Für die Auswertung wurden die vertragszahnärztlichen Abrechnungsdaten der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung verwendet. Die Schätzung der Inanspruchnahme erfolgte bezogen auf alle gesetzlich Versicherten für die Jahre 2015 bis 2024 stratifiziert nach Geschlecht, Alter und Region.

Ergebnisse – zeitlicher Verlauf

Der Auswertung zufolge verzichtet rund ein Drittel der Erwachsenen auf eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung: Die Quote der Inanspruchnahme lag in den Jahren von 2015 bis 2019 konstant bei rund 64  Prozent. In 2020, dem ersten Jahr der COVID-19-Pandemie, zeigte sich ein Rückgang um etwa 2 Prozentpunkte. In den Folgejahren stieg die Inanspruchnahmequote sukzessive wieder an und erreichte im Jahr 2024 mit 64 Prozent das präpandemische Niveau.

Frauen häufiger als Männer

Dieser Verlauf zeigte sich sowohl für Frauen als auch für Männer. Bei Männern wurde 2024 das präpandemische Niveau jedoch noch nicht vollständig erreicht. Die Quote der Inanspruchnahme zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen lag im gesamten Untersuchungszeitraum bei Frauen deutlich höher als bei Männern. In 2024 betrug der Geschlechterunterschied rund 10 Prozentpunkte.

Altersunterschiede

Im gesamten Untersuchungszeitraum wiesen junge Erwachsene (20 bis 34 Jahre) die geringste Inanspruchnahmequote auf. Bei Erwachsenen im frühen mittleren Alter (35 bis 44 Jahre) und bei Hochaltrigen (ab 75 Jahren) lag die Quote in fast allen Kalenderjahren unter der Gesamtquote von rund 64 Prozent.

Bundesweite Verteilung

Über dem Bundesdurchschnitt von 64 Prozent lagen in Jahr 2024 die Bundesländer Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Berlin. In Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland lag die Inanspruchnahme unter dem Bundesdurchschnitt. Die höchste Inanspruchnahmequote verzeichnete Sachsen mit 73,1 Prozent, die niedrigste das Saarland mit 59,0 Prozent.

Fazit

Im Vergleich zur Gesamtquote (64%) wiesen Männer, Erwachsene im jungen und frühen mittleren Alter, Hochaltrige sowie Erwachsene in Westdeutschland eine geringere Inanspruchnahmequote auf.

Originalpublikation:

Krause, L., Seeling, S. & Reitzle, L. Inanspruchnahme zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen in Deutschland – Prävalenzen und Trends auf Basis von GKV-Routinedaten. Bundesgesundheitsbl 69, 803–812 (2026). https://doi.org/10.1007/s00103-026-04253-3