Einfluss der Zähne auf Verdauung, Lebens¬qualität und Psyche

Zähne und Kiefer sind neben der Nahrungszerkleinerung auch an zentralen Funktionen wie Kauen, Schlucken und Sprechen beteiligt. Einschränkungen der Mundgesundheit können daher auch mit Verdauung, Lebensqualität und psychosozialem Wohlbefinden zusammenhängen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25. September mit.

Wissenschaftliche Untersuchungen weisen nach Angaben der Fachgesellschaft auf Zusammenhänge zwischen einer verminderten Kauleistung und Beschwerden des Magen-Darm-Trakts hin. Bei Menschen mit Fehlbiss seien darüber hinaus Veränderungen der Verdauung sowie eine verzögerte Magenentleerung beobachtet worden. Eine funktionierende Kaufunktion könnte damit über die Mundhöhle hinaus von Bedeutung sein.

Fehlstellungen können Lebensqualität beeinflussen

Zahn- und Kieferfehlstellungen betreffen jedoch nicht ausschließlich funktionelle Aspekte. Da insbesondere Augen und Mund die Wahrnehmung eines Gesichts prägen, können sichtbare Auffälligkeiten an Zähnen und Kiefer auch die soziale Wahrnehmung beeinflussen. Negative Reaktionen anderer Menschen können wiederum Auswirkungen auf Selbstwahrnehmung und emotionales Wohlbefinden haben.

Studien zeigen der DGZMK zufolge Zusammenhänge zwischen Zahn- und Kieferfehlstellungen und geringerem Selbstwertgefühl, Mobbingerfahrungen sowie eingeschränkter Lebensqualität. Daraus lasse sich allerdings nicht ableiten, dass jede Fehlstellung zwangsläufig psychische Belastungen verursache. Entscheidend seien vielmehr das Ausmaß der wahrgenommenen Auffälligkeit und die individuellen sozialen Erfahrungen.

Langzeitdaten weisen auf erhöhtes Zahnverlustrisiko hin

Auch langfristige Auswirkungen bestimmter Fehlstellungen auf die Mundgesundheit werden untersucht. Im Greifswalder EFAFU-Projekt beobachtete ein interdisziplinäres Team aus Zahn- und Humanmedizin über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren mögliche gesundheitliche Folgen. Nach Angaben der DGZMK zeigte sich dabei, dass bestimmte Zahnfehlstellungen mit einem erhöhten Risiko für Zahnverlust verbunden waren.

Die Befunde unterstreichen nach Einschätzung der Fachgesellschaft, dass Zahn- und Kieferfehlstellungen nicht ausschließlich unter ästhetischen Gesichtspunkten betrachtet werden sollten. Neben der Kaufunktion können auch Mundgesundheit, Lebensqualität und Wohlbefinden betroffen sein.

Fazit

Mundgesundheit umfasst damit deutlich mehr als die Gesundheit einzelner Zähne. Kauen, Schlucken und Sprechen gehören zu elementaren körperlichen Funktionen, während Zähne und Kiefer zugleich Aussehen, Kommunikation und soziale Interaktion mitprägen.

Die von der DGZMK angeführten Befunde weisen darauf hin, dass Erkrankungen und Fehlstellungen funktionelle und psychosoziale Folgen haben können. Der Erhalt einer guten Mundgesundheit sei deshalb eine Aufgabe verschiedener zahnmedizinischer Disziplinen – von Kieferorthopädie und Prothetik über Chirurgie bis zur Parodontologie.

 

Originalquelle: Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.

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