Studie Fluorid im Trinkwasser ist kein Risiko für Neugeborene

Fluorid im Trinkwasser steht seit Jahren in der Kritik. Eine internationale Studie mit Daten von 11,5 Millionen US-Geburten liefert nun Entwarnung: Weder Geburtsgewicht noch Frühgeburtenrate oder Schwangerschaftsdauer wurden durch die Trinkwasserfluoridierung negativ beeinflusst.

Während in der Schweiz seit den 1980er-Jahren vor allem fluoridiertes Speisesalz zur breiten Prävention eingesetzt wird, verfolgen die USA einen anderen Ansatz. Dort wird Fluorid seit dem Ende der 1940er-Jahre schrittweise auf kommunaler Ebene dem Trinkwasser zugesetzt. Heute erreiche diese Maßnahme mehr als 60 Prozent der US-Bevölkerung. Kritiker befürchten jedoch mögliche gesundheitliche Folgen, insbesondere für ungeborene Kinder, wie es in einer Mitteilung der Universität Basel heißt.

Analyse von 11,5 Millionen Geburten

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Basel hat diese Sorge nun systematisch überprüft. Grundlage der Untersuchung waren Daten von rund 11,5 Millionen Geburten in den USA, erhoben über einen Zeitraum von 21 Jahren. Analysiert wurde, ob die Einführung der Trinkwasserfluoridierung mit Veränderungen beim Geburtsgewicht, der Schwangerschaftsdauer oder dem Risiko für Frühgeburten einherging.

Das Ergebnis sei klar: Es fanden sich keine negativen Effekte. „Wir konnten keinerlei messbare Unterschiede feststellen“, erklärt Erstautor Benjamin Krebs. Die Resultate wurden im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlicht.

Methodisch saubere Vergleiche

Die Forschenden nutzten Daten aus mehr als 670 US-Counties, die zwischen 1968 und 1988 erhoben wurden. Sie verglichen Geburten vor und nach der Einführung von Fluorid im Trinkwasser und setzten diese Entwicklungen in Beziehung zu Regionen ohne Fluoridierung. Auf diese Weise ließen sich regionale Besonderheiten und allgemeine zeitliche Trends statistisch herausrechnen.

Als zentraler Endpunkt diente das Geburtsgewicht, ein etablierter Indikator für die Gesundheit von Neugeborenen. Auch Frühgeburtenraten und die Dauer der Schwangerschaft wurden berücksichtigt. In keinem dieser Parameter zeigte sich jedoch ein negativer Einfluss der Fluoridexposition.

Politische Debatte in den USA

Die Ergebnisse erscheinen vor dem Hintergrund einer aufgeheizten politischen Diskussion besonders relevant. In den USA stehen Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge aktuell zunehmend unter Druck. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. lobte jüngst den Bundesstaat Utah, der die Trinkwasserfluoridierung verboten hatte, und forderte eine Neubewertung entsprechender Empfehlungen.

Genau hier setze die Studie an. Bevölkerungsweite Maßnahmen müssten regelmäßig und mit geeigneten Methoden überprüft werden, betont Krebs. Einzelne Studien, die Fluorid als schädlich darstellten, beruhten häufig auf Korrelationen und erlaubten keine kausalen Schlüsse.

Unterstützung für bestehende Empfehlungen

Mit ihrer großangelegten Analyse liefern die Forschenden nun allerdings belastbare Evidenz. Die Trinkwasserfluoridierung gehe nicht mit gesundheitlichen Nachteilen für Neugeborene einher. Damit stützten die Ergebnisse die bisherigen Empfehlungen zur Fluoridnutzung als effektive und sichere Maßnahme der Kariesprävention auf Bevölkerungsebene, so die Autoren abschließend.

 

Originalpublikation: Krebs B et al., Community Water Fluoridation and Birth Outcomes. JAMA Network Open 2026. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2025.54686

 

Zahnstein als Schlüssel zur Ernährung

Eisenzeitlicher Zahnstein eröffnet Einblicke in frühe Ernährung

Winzige Proteinspuren im Zahnstein von Menschen aus der Eisenzeit enthüllen erstmals direkt, was das Reitervolk der Skythen wirklich zu sich nahm – darunter vor allem auch Milch von Rindern, Schafen, Ziegen und sogar Pferden.

Ein internationales Forschungsteam hat einen seltenen direkten Einblick in die Ernährungsgewohnheiten der Skythen gewonnen. Mithilfe moderner biomolekularer Methoden konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachweisen, dass das bedeutende Nomadenvolk der Eisenzeit Milchprodukte von verschiedenen Wiederkäuern – und zumindest vereinzelt auch von Pferden – konsumierte. Die Ergebnisse tragen zu einem differenzierteren Bild der skythischen Lebensweise bei.

Ein vielfältigeres Bild der Skythen

Die Skythen gelten seit Langem als Inbegriff nomadischer Reitervölker, die zwischen dem 1. Jahrtausend v. Chr. große Teile der eurasischen Steppe prägten. Neuere archäologische und bioanthropologische Studien haben dieses Bild jedoch relativiert.

Demnach handelte es sich nicht um eine homogene Bevölkerungsgruppe, sondern um eine multiethnische Gesellschaft mit unterschiedlichen regionalen Wurzeln. Neben mobiler Viehzucht spielten offenbar auch Ackerbau, zeitweise Sesshaftigkeit und komplexe soziale Strukturen eine Rolle.

Zahnstein als Schlüssel zur Ernährung

Vor diesem Hintergrund analysierte ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Basel und der Universität Zürich Zahnsteinproben von 28 Individuen aus den Fundorten Bilsk und Mamai-Gora in der heutigen Ukraine. Zahnstein wirke wie ein biologisches Langzeitarchiv, schreiben die Autoren. Während er sich über Jahre bildet, schließe er auch mikroskopisch kleine Reste der verzehrten Nahrung ein.

Mithilfe paläoproteomischer Analysen identifizierten die Forschenden erhaltene Proteine, die Rückschlüsse auf konsumierte Lebensmittel erlaubten. Der Fokus lag dabei auf Milchproteinen, die sich bestimmten Tierarten eindeutig zuordnen ließen.

Milch von Rind, Schaf, Ziege – und Pferd

Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal PLOS One, belegen den Verzehr von Milch und verarbeiteten Milchprodukten von Rindern, Schafen und Ziegen. Besonders bemerkenswert sei der Nachweis von Pferdemilchproteinen in einer Probe. Zwar war aus historischen Quellen bekannt, dass Steppenvölker Stutenmilch nutzten, ein direkter biochemischer Beleg fehlte allerdings bislang.

Dass Pferdemilch nur bei einer Person nachgewiesen wurde, werfe aber auch neue Fragen auf. Möglich seien methodische Gründe wie die schlechtere Erhaltung bestimmter Proteine, aber auch kulturelle Erklärungen – etwa eine selektive Nutzung von Pferdemilch oder soziale Unterschiede innerhalb einer Gemeinschaft, so die Forschenden.

Neue Perspektiven für die Forschung

Die Studie zeige zugleich das methodische Potenzial von Zahnsteinanalysen. Da sich Zahnbelag lebenslang anreichere, erlaube er einen unmittelbaren Blick auf tatsächlich konsumierte Nahrungsmittel – unabhängig von archäologischen Funden oder schriftlichen Überlieferungen.

Die Autorinnen und Autoren betonten jedoch, dass es sich um einen ersten Schritt handele. Um regionale Unterschiede, soziale Faktoren und zeitliche Veränderungen besser zu verstehen, seien Analysen an deutlich größeren Stichproben aus verschiedenen Regionen der eurasischen Steppe notwendig.

Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse jedoch, dass die Ernährung der Skythen komplexer und vielfältiger war als bislang angenommen, und dass selbst unscheinbare biologische Archive wie Zahnstein neue Kapitel ihrer Geschichte öffnen können, erklären die Autoren zum Abschluss.

 

Originalpublikation: Pecnik J et al., Paleo-proteomic analysis of Iron Age dental calculus provides direct evidence of Scythian reliance on ruminant dairy. PLOS One 2026. doi: 10.1371/journal.pone.0339464

 

KI erkennt Tumoren durch Speicheltests

SERS-AI-LUA-getriebene Speichel-Diagnose von Kopf- und Halskrebs mit graphenunterstützten plasmonischen Nanokorallen

Hyo Jeong Seo et al. Adv Sci (Weinh).Dezember 2025.

Die frühzeitige Erkennung von Kopf- und Halskrebs (HNC) bleibt aufgrund des Mangels an zuverlässigen nicht-invasiven Biomarkern eine wichtige Herausforderung. Diese Studie stellt eine graphenunterstützte plasmonische Nanokorallenplattform vor, gekoppelt mit einem künstlich-intelligenten linearen Entmischungsalgorithmus zur Diagnose von HNC aus Speichel und zur Identifizierung zugehöriger metabolischer Biomarker. Die Nanokorallenstrukturen, die durch einen spontanen Goldwachstumsmechanismus auf Graphenvorlagen gebildet werden, zeigen eine starke plasmonische Verstärkung und selektive Adsorption flüchtiger Metaboliten. Raman-Signale, die aus dem Speichel von HNC-Patienten und gesunden Personen gewonnen werden, werden mit einem logistischen Regressionsmodell analysiert, wobei eine Klassifikationsgenauigkeit von 98 % erreicht wird. Um potenzielle metabolische Biomarker zu identifizieren, werden Kandidatenmetaboliten zunächst anhand der spektralen Ähnlichkeit mit dem Pearson-Korrelationskoeffizienten ausgewählt. Anschließend wird die nichtnegative Kleinste-Quadrat-Methode angewandt, um diese Auswahl zu verfeinern und die endgültige Menge an Biomarker-Kandidaten zu extrahieren. Dieser Ansatz identifiziert 15 potenzielle metabolische Biomarker, und ihre klinische Relevanz wird durch den Vergleich mit den Ergebnissen früherer klinischer Studien bestätigt. Diese Studie führt nicht nur eine hochsensible, nicht-invasive Diagnoseplattform für HNC ein, sondern schafft auch einen robusten Rahmen für die Entdeckung von Raman-basierten Biomarkern, mit potenzieller Anwendbarkeit, die eine Bewertung in anderen biofluidbasierten Krankheitsmodellen in zukünftigen Studien rechtfertigt.

© 2025 Der Autor(en). Advanced Science veröffentlicht von Wiley-VCH GmbH.

Parodontitis Prophylaxe

Neuartige „Mikrobiom Zahnpasta“ soll gezielt Parodontitis-Erreger stoppen

Parodontitis ist weit verbreitet und kann gravierende Folgen für die Gesundheit haben. Fraunhofer-Forschende haben eine Substanz entdeckt, die gezielt nur die Keime ausbremst, die Parodontitis auslösen. Ein „Spin-off“-Unternehmen der Forschungsorganisation hat nun eine „Mikrobiom Zahnpasta“ mit der Substanz auf den Markt gebracht.

Das orale Mikrobiom beherbergt mehr als 700 verschiedene Bakterienarten. Einige wenige können Parodontitis verursachen, die innerhalb der Plaque vor allem am Zahnfleischrand haften und dort Entzündungen (Gingivitis) verursachen. Wie die Fraunhofer-Gesellschaft mitteilt haben Forschende des Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI) am Standort Halle eine Substanz identifiziert, die gezielt schädliche Parodontitis-Erreger wie Porphyromonas gingivalis blockiert, andere „gute“ Keime der Mundflora aber verschont. Ihr Name: Guanidinoethylbenzylamino Imidazopyridine Acetat.

„Sie tötet die Gingivitis-Erreger nicht einfach ab, sondern blockiert nur deren Wachstum“, wird Prof. Stephan Schilling, Leiter der IZI-Außenstelle Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung, in der Mitteilung zitiert. Diese könnten dann ihre giftige Wirkung nicht entfalten, gesunde Keime könnten ihnen sonst verwehrte Nischen besetzen. „So hilft der Stoff im Einklang mit den gesunden Bakterien, das mikrobielle Gleichgewicht im Mund sanft aufzubauen und stabil zu halten.“

Von der Idee zum Endprodukt

Die selektive Substanz ist sogar bereits Bestandteil einer marktreifen Zahnpasta: Der Mitteilung zufolge ist bereits im Jahr 2018 in Halle das Fraunhofer-Spin-off PerioTrap Pharmaceuticals GmbH gegründet worden. Die Firma habe in Zusammenarbeit mit zwei Fraunhofer-Instituten die nun verfügbare „Mikrobiom-Zahnpasta“ entwickelt. „Das Produkt dient der Vorbeugung von Parodontitis. Wie eine normale Zahnpasta enthält es aber auch Putzstoffe und Fluorid zur Vorbeugung von Karies“, so Dr. Mirko Buchholz von PerioTrap.

Bald: Pflege-Gel für Praxen – und für Tiere

Die Arbeit an der Technologie gehe nun weiter. Für den Einsatz in der Zahnarztpraxis habe man ein Pflege-Gel entwickelt, das nach der professionellen Zahnreinigung appliziert wird. Es soll pathogene Bakterien blockieren, die Mundflora stabilisieren und so das Zahnfleisch gesund halten. Außerdem würden die Forschenden derzeit ein Mundwasser entwickeln. Zahnpflegeprodukte für Hunde und Katzen stünden auch auf der Agenda.

Hintergrund: Pflegeprodukte und Mundflora

 Herkömmliche Mundpflegeprodukte, etwa als Mundspülungen mit Alkohol oder mit dem Antiseptikum Chlorhexidin, töten laut Fraunhofer-Mitteilung zwar die Pathogene, aber auch alle anderen Keime. Wenn sich die Mundflora nach der Behandlung wieder aufbaut, hätten pathogene Keime wie Porphyromonas gingivalis einen Startvorteil, „weil sie sich auf entzündetem Zahnfleisch besonders gut vermehren können“. Dadurch kippe die Mundflora schnell wieder aus dem natürlichen Gleichgewicht in eine Dysbiose – die Krankheit kehre dann immer wieder zurück.

Weitere Informationen:

Zur „Mikrobiom Zahnpasta“ auf der Unternehmenswebseite

Mikronährstoffe und Parodontitis

Welche Rolle können Mikronährstoffe in der Prävention und unterstützenden Therapie von Parodontitis spielen? Weshalb ein ausreichender Mikronährstoffstatus die Immunabwehr stärkt, die Regeneration von Zahnfleisch und Kieferknochen unterstützt und entzündungshemmend wirkt.

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt zu Zahnfleischrückgang, Knochenabbau und schließlich zu Zahnverlust führen kann. Ausgangspunkt sind bakterielle Beläge, doch entscheidend für die Krankheitsentstehung ist die individuell ausgeprägte Immun- und Entzündungsreaktion. Eine fehlgesteuerte, übermäßige oder unzureichend kontrollierte Immunantwort trägt maßgeblich zur Gewebeschädigung bei.

Rolle der Mikronährstoffe

Mikronährstoffe spielen eine zentrale Rolle für die Gesundheit des Zahnhalteapparates sowie für die Prävention und unterstützende Therapie von Parodontitis. Sie fördern essentielle biologische Prozesse wie die Immunfunktion, den antioxidativen Schutz, Entzündungsregulation und Gewebeheilung. Vitamin C und D unterstützen die Regeneration von Zahnfleisch und Kieferknochen, während Zink und Omega‑3-Fettsäuren direkt entzündungshemmend wirken. Vitamin A trägt zusätzlich zur Schleimhautregeneration, Speichelproduktion und Abwehr oraler Infektionen bei.

Klinische Befunde

Ein ausreichender Mikronährstoffstatus stärkt die Immunabwehr, unterstützt die Regeneration von Zahnfleisch und Kieferknochen und wirkt entzündungshemmend. Studien zeigen, dass Patienten mit Parodontitis häufig niedrigere Spiegel essenzieller Mikronährstoffe wie Vitamin C und Vitamin D aufweisen, was die Anfälligkeit für entzündliche Prozesse im Zahnhalteapparat erhöhen kann. Eine gezielte, ergänzende Versorgung mit Mikronährstoffen kann die konventionelle Parodontitistherapie – einschließlich Scaling, Root Planing und chirurgischer Maßnahmen – wirkungsvoll unterstützen, indem sie Heilungsprozesse beschleunigt, Entzündungen moduliert und die Widerstandskraft des Gewebes verbessert. Besonders Risikogruppen wie ältere Menschen, Raucher oder Patienten mit chronischen Erkrankungen profitieren von einer optimalen Mikronährstoffversorgung, da bei ihnen Defizite häufiger auftreten und die regenerative Kapazität des Gewebes eingeschränkt sein kann.

Praktische Empfehlungen zur Ernährung

Für die Praxis empfiehlt sich eine ausgewogene, vielfältige Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Nüssen, Vollkornprodukten und fettem Fisch ist. Diese Lebensmittel liefern essenzielle Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Omega‑3‑Fettsäuren, die das Immunsystem stärken, Entzündungen modulieren und die Geweberegeration unterstützen. Bei nachgewiesenem Mikronährstoffmangel oder erhöhtem Bedarf sollte eine gezielte, individuell abgestimmte Supplementierung unter ärztlicher oder zahnärztlicher Anleitung erfolgen, um die Versorgung optimal sicherzustellen und Heilungsprozesse nach parodontalen Therapien zu fördern.

Supplementierung und Point-of-Care-Tests

In zahnärztlichen Praxen können Point-of-Care-Tests (PoC) eingesetzt werden, um den Status wichtiger Mikronährstoffe und relevanter Gesundheitsmarker schnell und unkompliziert zu bestimmen. So lassen sich beispielsweise Vitamin‑D-Schnelltests zur Erfassung des 25‑OH‑Vitamin‑D-Spiegels einsetzen, CRP-PoC-Tests zur Einschätzung entzündlicher Prozesse und Blutzucker- oder HbA1c-PoC-Tests zur Kontrolle des Glukosestatus, da Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Risikofaktoren für Parodontitis darstellen. Durch diese Tests können Defizite und Risikokonstellationen frühzeitig erkannt werden, sodass Präventions- und Therapiestrategien individuell abgestimmt werden können. Auf dieser Grundlage lässt sich die Supplementierung gezielt planen, die Geweberegeneration fördern, die Abwehrkräfte stärken und Entzündungen reduzieren.

Lifestyle-Faktoren

Weitere Lifestyle-Faktoren – darunter Rauchvermeidung, regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausreichende Sonnenlichtexposition zur Förderung der körpereigenen Vitamin‑D-Synthese – tragen ebenfalls entscheidend zur Prävention und unterstützenden Therapie der Parodontitis bei. Diese Maßnahmen wirken synergistisch mit einer ausgewogenen Ernährung und einer bedarfsgerechten Mikronährstoffversorgung, indem sie das Immunsystem stärken, Entzündungen modulieren und die Geweberegeneration unterstützen. Ergänzt durch regelmäßige zahnärztliche Kontrollen, professionelle Zahnreinigung und gezielte ernährungsbezogene Maßnahmen, bilden sie ein umfassendes Konzept zur langfristigen Erhaltung der Mundgesundheit und zur Reduktion parodontaler Risikofaktoren.

Fazit

Mikronährstoffe sind ein zentraler Baustein in der Prävention und unterstützenden Therapie von Parodontitis. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung, ergänzt durch gezielte, bedarfsgerechte Supplementierung, fördert nicht nur die Mundgesundheit, sondern stärkt auch das Immunsystem und die allgemeine körperliche Widerstandskraft – denn: bunt essen – Entzündungen vergessen.

Nikotin in all seinen Formen ist giftig für Herz und Blutgefäße!

Nikotin ist immer Gift für Herz und Blutgefäße, warnt die European Society of Cardiology (ESC) und präsentiert heute zwölf evidenzbasierte Belege für die Herz-Kreislauf-Toxizität von Nikotin – unabhängig vom Konsumweg.

Nikotin ist giftig für Herz und Blutgefäße, unabhängig davon, ob es über E-Zigaretten, Nikotinbeutel, Shishas oder Zigaretten aufgenommen wird. Dies geht aus einem Expertenkonsens unter der Federführung der ESC hervor, der heute im European Heart Journal publiziert wurde.

„Der nächste Herzinfarkt, der nächste Schlaganfall, der nächste Herz-Kreislauf-Todesfall wird möglicherweise nicht durch eine Zigarette verursacht, sondern durch eine aromatisierte E-Zigarette, einen Nikotinbeutel oder eine Wasserpfeife in einem Café.“

Hauptautor Prof. Thomas Münzel vom Universitätsklinikum Mainz

Die Veröffentlichung erfolgte nach der überarbeiteten Tabaksteuerrichtlinie der Europäischen Kommission, die erstmals eine Mindeststeuer auf E-Liquids, erhitzten Tabak und Nikotinbeutel einführt.

Der Bericht berücksichtigt die Ergebnisse der gesamten Fachliteratur

Der Bericht fasst die Ergebnisse der gesamten Fachliteratur zusammen und berücksichtigt erstmals die Schädlichkeit aller Nikotinprodukte, nicht nur des Rauchens.

 

Hyperglykämie: Mikrobiom-Verschiebung bei Typ-2-Diabetes

Bei Typ-2-Diabetes kann Hyperglykämie die Zuckerkonzentration im Speichel erhöhen. Das kann das supragingivale Mikrobiom in Richtung kariogener Stoffwechselaktivität verschieben.

Forschende der Universität Osaka haben Hinweise darauf gefunden, dass bei Menschen mit Typ-2-Diabetes Zucker, der aus dem Blut in den Speichel übertritt und zu einem Anstieg von Glukose und Fruktose im Speichel führt das orale Mikrobiom so verändern kann, dass kariesassoziierte Keime begünstigt würden. Dadurch könne das Risiko für Karies und Plaqueakkumulation steigen. Eine bessere Blutzuckerkontrolle habe diese Effekte den Daten zufolge abgeschwächt.

Die Arbeitsgruppe berichtet, dass Hyperglykämie nicht nur zu erhöhtem Zuckergehalt im Urin, sondern auch im Speichel führen könne. Diese Blutzuckermigration in den Speichel gehe demnach mit einer Verschiebung der mikrobiellen Zusammensetzung und der Stoffwechselaktivität im oralen Biofilm einher.

„Wir haben eine neuartige Methode zur nicht-zielgerichteten metabolomischen Profilierung von Drüsenspeichel entwickelt, die intakte Metabolitenprofile vor der Modifikation durch das orale Mikrobiom bewahrt“, erklärt Studienautorin Masae Kuboniwa. „Dadurch konnten wir die Veränderungen dieser Metaboliten zwischen Blut und Speichel sowie ihre nachfolgenden Veränderungen nach der Exposition gegenüber dem oralen Mikrobiom verstehen.“

Für die Analysen hat das Team Metabolitenprofile aus Speichelproben der sublingualen und submandibulären Drüsen genutzt, um Informationen über den Stoffwechselstatus möglichst ohne den Einfluss vorhandener Bakterien zu erhalten. Diese Proben haben die Forschenden mit Vollspeichel- und Plasmaproben von Personen mit und ohne Typ-2-Diabetes verglichen. Dabei stellten sie fest, dass Hyperglykämie den Übertritt von Fruktose und Glukose aus dem Blut in den Speichel induziert. Über mikrobielle Sequenzierung haben sie anschließend die möglichen Folgen dieser Migration für das orale Mikrobiom beschrieben.

„Der Anstieg dieser Metaboliten im Speichel führte zu Veränderungen im oralen Mikrobiom, wodurch kariogene Bakterien wie Streptococcus mutans vermehrt auftraten und die Häufigkeit gesundheitsfördernder Arten wie Streptococcus sanguinis abnahm, wodurch sich der Stoffwechsel des oralen Biofilms in Richtung Glykolyse und Kohlenhydratabbau verlagerte“, sagt Studienautor Akito Sakanaka. „Diese Verschiebung in der mikrobiellen Population erhöht die Säureproduktion […].“

Blutzuckerkontrolle als Hebel

Wesentlich sei zudem gewesen, dass eine verbesserte Blutzuckerkontrolle den Transfer von Zucker – insbesondere Fruktose – aus dem Plasma in den Speichel reduziert habe. Dadurch habe sich das beobachtete Ungleichgewicht im Mikrobiom abgeschwächt; die Autorinnen und Autoren leiteten daraus ab, dass eine konsequente glykämische Kontrolle auch im Kontext der Kariesprävention relevant sein könnte. Ein Co-Kultur-Biofilm-Experiment mit S. mutans und S. sanguinis habe ergänzend gezeigt, dass der Anteil von S. mutans in einem nährstoffreichen Medium mit Fruktose deutlich zugenommen habe. Das deute darauf hin, dass die Kombination aus Glukose und Fruktose S. mutans unter Co-Kulturbedingungen begünstigen könne.

Die Ergebnisse zeigen Zusammenhänge zwischen glykämischer Kontrolle, Zuckergehalt im Speichel, Mikrobiom-Profil und klinischen Parametern. Ob eine bessere Blutzuckereinstellung tatsächlich das Kariesrisiko verringern kann, müssten Interventionsstudien aber gezielt prüfen.

Sakanaka A, Furuno M, Ishikawa A et al. Diabetes alters the supragingival microbiome through plasma-to-saliva migration of glucose and fructose. Microbiome. 2025 Dec 4. doi: 10.1186/s40168-025-02256-x. Epub ahead of print. PMID: 41345979.

Zärtlichkeit könnte die Heilung von Wunden fördern

Zuwendung kann buchstäblich unter die Haut gehen: Studienergebnisse geben Hinweise darauf, dass Oxytocin die Wundheilung fördern könnte.

Eine internationale Forschungsgruppe unter Federführung der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Heidelberg hat herausgefunden, dass kleine Hautwunden bei Paaren schneller heilen, wenn Oxytocin verabreicht wurde und zugleich viel körperliche Nähe im Alltag berichtet wurde. Gleichzeitig zeigten sich niedrigere Cortisolwerte im Speichel.

In einer randomisierten, doppelblinden Studie untersuchte die Arbeitsgruppe dafür 80 Paare im Durchschnittsalter von rund 28 Jahren und verabreichte ihnen entweder per Nasenspray das als „Kuschelhormon“ bekannte Hormon Oxytocin oder ein Placebo. Zusätzlich wurde die Hälfte der Paare zu positiven, wertschätzenden Gesprächen angeregt, die den Austausch von Nähe und Zuwendung fördern sollten.

Beobachtete Effekte sind moderat

Das zentrale Ergebnis: Weder Oxytocin allein noch die Gespräche für sich genommen hatten einen Einfluss auf die Heilung. Erst die Kombination – die Verabreichung von Oxytocin sowie positive Interaktion und/oder alltägliche Zuwendung und körperliche Nähe – waren mit einer schnelleren Wundheilung und niedrigeren Stresshormonwerten assoziiert. Die Autorinnen und Autoren betonen zudem, dass die Effekte moderat waren und nicht in jeder Sensitivitätsanalyse gleich robust ausfielen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Zuwendung im Alltag messbare Effekte auf den Körper hat. Sie beschleunigt in Kombination mit Oxytocin sogar die Heilung kleiner Wunden. Das verdeutlicht, wie eng Verhalten und Hormonsystem zusammenarbeiten und wie stark dieses Zusammenspiel die körperliche Gesundheit in nahen, liebevollen Beziehungen beeinflussen kann“, erläutert Studienleiterin Prof. Beate Ditzen.

Zusammenspiel von Nähe, Hormonen und Hautregeneration

Die Wundheilung wurde bei allen 160 teilnehmenden Personen unmittelbar, nach 24 Stunden sowie nach sieben Tagen dokumentiert und von geschultem Personal beurteilt. Während dieser Woche nahmen beide Partner in einem doppelblinden Design zweimal täglich entweder Oxytocin oder ein Placebo als Nasenspray ein und übten bis zu dreimal die positiven Gespräche.

Dazu hatten sie vorab eine Anleitung zu gegenseitiger verbaler Wertschätzung in einer Beziehung erhalten. Parallel dokumentierten die Paare über mehrere Tage ihr Stressempfinden und intime körperliche Nähe wie liebevolle Berührungen, Zärtlichkeiten oder Sexualität. Zusätzlich wurden Speichelproben analysiert, um die Menge des Stresshormons Cortisol zu bestimmen.

Wundheilungs-Effekt vor allem in der Kombination sichtbar

Die Daten zeigten klar: Die schnellste Heilung und die niedrigsten Stresswerte traten bei Paaren auf, die Oxytocin erhielten und zugleich im Alltag besonders zugewandt und zärtlich miteinander waren. Oxytocin allein beziehungsweise die Verhaltensintervention durch die Gespräche allein beeinflussten die Wundheilung hingegen nicht.

Die Studie liefert Hinweise darauf, dass positive soziale Interaktionen wie Berührungen und körperliche Nähe sich offenbar nicht nur gut anfühlen, sondern möglicherweise biologische Heilungsprozesse beeinflussen können. Gleichzeitig betont das Forschungsteam, dass es sich um gesunde, junge Probanden handelte und die Effekte moderat waren. Oxytocin sei also kein eigenständiges Heilmittel, sondern scheint als Hormon zu wirken, das die positiven Effekte von Nähe und guten Beziehungserfahrungen auf den Körper überträgt. Für klare klinische Empfehlungen seien weitere, größere Studien notwendig.

Vitamin D in der Schwangerschaft: Schlüssel zur Kariesprävention bei Kleinkindern?

Der Vitamin-D-Status in der Schwangerschaft hat offenbar einen entscheidenden Einfluss auf die Zahngesundheit von Kindern. Das fanden Forschende heraus, als sie in einer Kohortenstudie die Zahnentwicklung von Kindern bis ins Vorschulalter beobachteten.

Frühkindliche Karies stellt weltweit ein erhebliches Public-Health-Problem dar. Die Erkrankung betrifft bereits sehr junge Kinder und erreicht in vielen Ländern alarmierende Prävalenzen: Global liegt sie bei knapp 24 Prozent unter Dreijährigen und über 57 Prozent bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren. In China, wo die Studie erstellt wurde, zeigen nationale Daten sogar einen Anstieg auf fast 72 Prozent bei unter Fünfjährigen. Frühkindliche Karies beeinträchtigt nicht nur die Zahngesundheit, sondern auch das Kauvermögen, Aussehen, schulische Leistungen und das allgemeine Wohlbefinden – mit entsprechend hoher Belastung für Familien und Gesundheitssysteme.

Die Wurzeln der Erkrankung reichen oft bis in die Schwangerschaft zurück, da die Mineralisierung der Milchzähne bereits im zweiten und dritten Trimester beginnt. Vitamin D spielt in dieser Entwicklungsphase eine entscheidende Rolle und ein mütterlicher Vitamin-D-Mangel kann zu Schmelzdefekten und einer erhöhten Kariesanfälligkeit des Kindes führen.

Forschende untersuchen daher in einer Studie, veröffentlicht in JAMA Network open, wie sich die mütterlichen Vitamin-D-Spiegel in verschiedenen Trimestern auf das spätere Kariesrisiko der Kinder auswirken.

Vor allem zweites und drittes Trimenon relevant

In der groß angelegten Kohortenstudie mit 4109 Mutter-Kind-Paaren aus den Jahren 2011 bis 2021 wurde den Frauen zu verschiedenen Zeitpunkten Blut abgenommen und die Plasmakonzentrationen von 25-Hydroxyvitamin D2 und 25-Hydroxyvitamin D3 gemessen. Die Kinder wurden in den ersten 30 Monaten halbjährlich, und bis zum fünften Lebensjahr jährlich klinisch untersucht.

Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang:

  • Niedrige Konzentrationen von Vitamin D, insbesondere im mittleren und späten Schwangerschaftsdrittel, gingen mit einem erhöhten Risiko für frühkindliche Karies einher.
  • 23,4 Prozent der Kinder mit Karies: Von den untersuchten Kindern entwickelten 960 Karies, während 3149 kariesfrei blieben.
  • Mit jedem Anstieg des Vitamin-D-Spiegels verringerte sich statistisch signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind an frühkindlicher Karies erkrankte.

Effekte auf mehreren Ebenen

Als möglichen biologischen Mechanismus für den schützenden Effekt von Vitamin D nennen die Autorinnen und Autoren die Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts, der für die Mineralisation von Zahnschmelz und Dentin entscheidend ist. Ameloblasten und Odontoblasten exprimieren Vitamin-D-Rezeptoren, die die Bildung von Schmelzmatrixproteinen steuern, während Vitamin D zusätzlich die immunologische Abwehr gegen kariesverursachende Bakterien stärkt. Neuere Studien deuten darauf hin, dass Vitamin D auch epigenetische Effekte auf Gene der Zahnentwicklung ausübt und die Barrierefunktion der Mundschleimhaut verbessert, wodurch die Zähne zusätzlich geschützt werden.

Aber: Fehlende Daten

Es wurden aber auch einige Limitationen der Studie beschrieben, die die Aussagekraft einschränken: Es fehlten zum einen Daten zu beeinflussenden Faktoren wie die Vitamin-D-Zufuhr der Kinder, Fluoridnutzung oder die Zuckeraufnahme. Und auch die familiäre Kariesgeschichte und die Anzahl von Zahnarztbesuchen ist nicht grundlegend erfasst. Daher plädieren die Forschenden für weitere, groß angelegte Studien zu dem Thema.

Plädoyer für entsprechende Vorsorge

Die Autorinnen und Autoren unterstreichen die Bedeutung einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung bereits vor und während der gesamten Schwangerschaft, insbesondere in den kritischen Phasen der Zahnmineralisation, um die Kariesanfälligkeit der Kinder zu reduzieren. Höhere mütterliche Vitamin-D-Spiegel, besonders im mittleren und späten Drittel, schützen Kinder statistisch signifikant vor frühkindlicher Karies und senken deren Schweregrad. Daher raten die Forschenden, Vitamin-D-Messungen und eine gezielte Supplementierung in die routinemäßige Schwangerschaftsvorsorge zu integrieren.

 

Originalpublikation:
Xu N, Chen Z, Wang B, et al. Vitamin D Levels During Pregnancy and Dental Caries in Offspring. JAMA Netw Open. 2025;8(12):e2546166. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.46166

Wurzelbehandlung bessert auch Glukose- und Fettstoffwechsel

Apikale Parodontitis ist weit verbreitet und wirkt über den Mund hinaus. Sie erhöht die Entzündung im Körper und könnte Herz-Kreislauf-Risiken sowie die Blutzuckerkontrolle beeinflussen. Inwieweit eine Wurzelbehandlung dagegen hilft, war bislang unklar.

Das Forschungsteam begleitete 65 Patientinnen und Patienten mit diagnostizierter apikaler Parodontitis über einen Zeitraum von zwei Jahren. Jede Person fungierte dabei als ihre eigene Kontrollgruppe. Mittels Kernspinresonanzspektroskopie wurden Stoffwechselprofile im Blut analysiert, und zwar vor der endodontischen Behandlung sowie drei Monate, sechs Monate, ein Jahr und zwei Jahre danach. Im Fokus standen Veränderungen von Metaboliten, Markern der metabolischen Gesundheit, Entzündungsparameter sowie mikrobiologische Aspekte im Blut und im Wurzelkanal, wie die Autoren erklären.

Mehr als nur Zahnerhalt – messbare Stoffwechselverbesserungen

Die Ergebnisse seien eindeutig: Bei über der Hälfte der untersuchten Metaboliten zeigten sich nach der Behandlung signifikante Veränderungen. Besonders auffällig war der Rückgang verzweigter Aminosäuren (BCAA) schon nach drei Monaten. Diese gelten als Biomarker für Insulinresistenzen und metabolische Störungen. Ihr Abbau deute somit auf eine Verbesserung der Glukoseverwertung hin, wie es heißt.

Nach zwei Jahren fanden die Forschenden zudem deutlich geringere Serumwerte von Glukose und Pyruvat, was auf eine langfristige Optimierung des Energiestoffwechsels schließen lasse. Parallel sanken kurzfristig Cholesterin-, Cholin- und Fettsäurekonzentrationen, während Tryptophanwerte stetig anstiegen. Dies interpretieren die Autoren als einen Hinweis auf reduzierte Entzündungsaktivität und mögliche Effekte auf das Immunsystem.

Systemischer Einfluss eines lokalen Eingriffs

Bemerkenswert sei überdies der Zusammenhang zwischen dem metabolischen Fingerabdruck und klassischen Indikatoren des metabolischen Syndroms, darunter Blutdruck- oder Lipidwerte. Ebenso korrelierten präoperative Mikrobiome aus Blut und Wurzelkanal mit systemischen Veränderungen.

Ein dynamisches Bayes-Modell identifizierte Stoffwechselwege des Zitronensäurezyklus (TCA-Zyklus) als zentrale Regulatoren der beobachteten Anpassungen.

Fazit: Zahnmedizin wird zur Präventionsmedizin

Die Studie zeige erstmals überzeugend, dass eine erfolgreiche Wurzelbehandlung nicht nur den Zahn retten könne, sondern auch systemische Stoffwechselprozesse verbessere und Entzündungen reduziere. Damit deute sich ein bislang unterschätzter Zusammenhang zwischen oraler Gesundheit und kardiometabolischem Risiko an.

Endodontie könnte künftig wohl auch eine Rolle in der Prävention von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen spielen, ein Paradigmenwechsel, der die Zahnmedizin neu positioniere, so die Autoren abschließend.

 

Originalpublikation: Zhang Y et al., Successful endodontic treatment improves glucose and lipid metabolism: a longitudinal metabolomic study. J Transl Med 2025; 23: 1195